Leserbrief zum EAZ-Artikel „Verraten & verkauft?“

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Als Mitglied des Kreistages Vulkaneifel sowie des Verwaltungsrates der Kreis-sparkasse Vulkaneifel möchte ich der Eifelzeitung für die ausführliche Darstellung der Fusionsproblematik danken. Nur eine Frage blieb bei mir offen, warum war ein Fragezeichen in der Überschrift des Artikels. Auch den Leserbrief von Lothar Schun kann ich voll und ganz mit unterschreiben.

Es ist schon erstaunlich, wenn diejenigen, die vor einem Jahr in Bitburg die Fusion mit der „größeren“ Sparkasse Trier haben platzen lassen, jetzt die eifrigsten Befür-worter einer Fusion mit der „kleineren“ Kreissparkasse Vulkaneifel sind; koste es, was es wolle. Damals lag ein einvernehmlich ausgehandelter Vertrag auf dem Tisch. Aber das interessierte natürlich einen Michael Billen nicht. In dem damaligen Fall waren ihm die Interessen der beiden Sparkassen, der Beschäftigten und Kunden wohl ziemlich egal. Dies scheint bei ihm auch heute noch zu gelten.

Der Unterschied zu damals ist, dass es im Bereich Trier wohl Bürger und aber auch CDU Mitglieder gab, die nicht nach seiner Pfeife tanzen wollten. Im Falle Daun bez. im Landkreis Vulkaneifel ist dies anscheinend anders. Man kann sich des Eindruckes nicht erwähren, das bereits eine Fusion recht geräuschlos über die Bühne gegangen zu scheint; nämlich die Fusion der beiden CDU Kreisverbände mit dem gemein-samen Vorsitzenden Michael Billen.

Die Dauner CDU Verantwortlichen sponsern ja bereits mit Kreisgeldern Billens Lieb-lingsprojekt die „Fughafen-Bitburg GmbH“. Jetzt kommt das uneingeschränkte Ja zur Fusion der Sparkassen. Bei so viel Ergebenheit dürfte die Zustimmung zu einer Fusion der Landkreise nur noch eine Frage der Zeit sein.

In dem Fusionsgutachten ist ein wichtiger Punkt für das Gelingen einer Fusion ge-nannt, nämlich dass die Fusion von allen gewollt ist. Die CDU mit ihren zurzeit leider noch absoluten Mehrheiten, denkt überhaupt nicht daran, mit anderen über das Für und Wider der Fusion zu reden. Aus der großen Fusionsrunde liegt noch nicht ein-mal das letzte Protokoll vor, schon hat sich die CDU Kreistagsfraktion entschieden. Man vertraut darauf, dass die Solidarität der Mitglieder und insbesondere der Kreis-tagsmitglieder so groß ist, dass man den Vorgaben von Michael Billen folgt. Man kann sich ja nicht mit Vorsitzenden überwerfen.

Darum ist jetzt der Zeitpunkt erreicht, wo die Bürger und Bürgerinnen gefordert sind, sich selbst eine Meinung zu bilden und auch selbst zu entscheiden. Aus diesem Grunde trete ich dafür ein, ein Bürgerbegehren für einen Bürgerentscheid gem.§11 e der Landkreisordnung zu beantragen. Alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Vulkaneifel sollen die Möglichkeit bekommen: „Ja zu unserer Kreissparkasse Vulkaneifel“ zu sagen.

Wolfgang Jenssen
Vors. der SPD-Kreistagsfraktion

 
 

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